Interview
Raphael Gross 
Aleida Assmann 
Judith Butler 
Dieter Henrich 
Peter Brandt 
Reinhart Koselleck 
   12. Jahrgang 2013

Thema 2013

Dass die Geschichte – bei allen Zweifeln und Skrupeln – etwas abwerfen muss, sei es für die Menschheit, sei es für Nationen und Gemeinschaften aller Art, ist aus dem Denken der Menschen nicht wirklich herauszubringen. Es scheint der Vorstellung von Geschichte inhärent zu sein – und grundiert als bange Frage den Neo-Darwinismus und alle Anstrengungen, hinter das Geheimnis des Kosmos zu gelangen. Wenn der Kosmos stirbt, sterben auch wir: sollten wir – die Menschheit – auch lange vorher ausgestorben sein. Jedenfalls stirbt ein Teil von uns, der sich Hoffnungen machte, gleichgültig welche, sofern sie sich nur an den Bestand der Welt klammern. Aber diesem Sterben folgt die Auferstehung auf dem Fuß. Wer schreibt: Da ist nichts, da wird nichts, der hat jede Generation aufs Neue gegen sich und will es vielleicht auch – es gibt eine Art Bestandsgarantie in Thesenform. Man müsste schon den Begriff der Geschichte aus der Welt verbannen, wollte man solche Effekte dauerhaft zum Verschwinden bringen, und daran ist nicht zu denken. Dabei liegt es nicht am Begriff, der jede nüchterne Fassung erlaubt, sondern am Phantasiepotential, das er entfesselt und das in jeder Generation andere Einblicke liefert... weiterlesen

IABLIS · Jahrbuch für europäische Prozesse · ISSN 1610-6253

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